Ökomythos „Öko-Strom“

UNI-PROJEKT "ÖKOMYTHEN"

Im Wintersemester 2018/19 haben Student*innen des Studiengangs Umweltsystemwissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz zusammen mit Sarah Reindl, der Mitgründerin von das Gramm und das Dekagramm, als Betreuerin diverse Ökomythen ausgearbeitet. Die Themen des Projekts erstrecken sich von Lebensmittelentsorgung in der Biotonne über verschiedene Stromarten und Elektromobilität bis hin zu Bio-Fleisch. Jeder Schwerpunkt wurde in einzelnen Blogeinträgen festgehalten und für unsere Website zur Verfügung gestellt. Am Ende gab es im Zuge der Lehrveranstaltung eine Abschlusspräsentation; die Ergebnisse des Projekts samt der dabei durchgeführten Umfragen dürfen wir hier ebenfalls präsentieren.

Zur besseren Übersicht wurden die Blogeinträge der Student*innen thematisch zusammengefasst; in diesem Artikel geht es um die verschiedenen nachhaltigen Stromarten. Anmerkung: Aufgrund der Leserlichkeit wurden manchmal Sätze am Anfang oder Ende entfernt, die inhaltlich aber keine Relevanz aufweisen.

Wie nachhaltig ist Wasserkraft?

17. November 2018 von Iris Rauter

Um einen Einblick in unsere bisherige Arbeit und unser damit errungenes Wissen zu liefern, möchten wir nun wöchentlich eine erneuerbare Energiequelle unter die Lupe nehmen. Heute möchte ich euch die wichtigsten Fakten zu Wasserkraft vorstellen: Wasserkraft trägt in Österreich den meisten Teil zur Stromerzeugung bei und zählt auch zu den am längsten eingesetzten erneuerbaren Energien. Der größte Vorteil bei Wasserkraft ist, dass es bei der tatsächlichen Energiegewinnung zu keinen Kohlendioxidemissionen kommt. Wasser ist ein sich immer erneuernder Rohstoff und somit kann es im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen zu keiner Erschöpfung kommen. Der Bau eines Kraftwerks ist zwar mit hohen Kosten verbunden, diese können jedoch aufgrund ihrer Langlebigkeit und Effizienz gut ausgeglichen werden. So positiv dies zunächst scheinen mag, gibt es trotzdem viele Aspekte die auf Wasserkraft ein schlechtes Licht werfen. Gerade beim Neubau solcher Anlagen wird massiv in das Ökosystem eingegriffen. Der natürliche Wasserkreislauf wird unterbrochen, somit auch der Weg zu Laich-und Paarungsplätzen. Eine weitere Bedrohung für die Wasserlebewesen stellen natürlich auch die Turbinen der Kraftwerke dar. Eine Begegnung mit ihnen kann für die Tiere tödlich enden. Zusammenfassend sollte also in den Ausbau von bestehenden Kraftwerken investiert werden, anstatt neue zu erbauen.

Ökostromarten – Windenergie

26. November 2018 von Doris Wischenbart

Im Tagebucheintrag dieser Woche möchten wir euch eine weitere Ökostromart kurz vorstellen – die Windenergie. Windenergieanlagen nutzen den Wind, indem der Rotor die Bewegungsenergie des Windes zuerst in mechanische Bewegungsenergie umformt, die durch einen Generator schließlich in elektrische Energie umgewandelt wird. Ein besonderer Vorteil liegt darin, dass der Energieträger Wind kostenlos und unbegrenzt verfügbar ist. Auch die ökologischen Auswirkungen sind als verhältnismäßig gering einzustufen. Wenn bei der Standortwahl bereits auf bestimmte Vogel- und Fledermausarten, die in den Höhen der Anlagen unterwegs sind, geachtet wird, können die Beeinträchtigungen minimiert werden. Die meisten anderen Tierarten werden durch Windenergieanlagen nämlich nicht gestört. Um daraus ein Fazit zu ziehen: Der Einfluss auf die Umgebung fällt bei Windenergieanlagen im Normalfall relativ gering aus, allerdings kann dies nicht immer garantiert werden. Auch die Herstellung der Anlagen ist ein Problem. Gegenüber den meisten anderen Ökostromarten ist die Windenergie also als „nachhaltiger“ einzustufen, wobei aber auch diese Energieart Nachteile mit sich bringt.

Solarenergie

3. Dezember 2018 von Katharina Schreiner

Als Sonnenenergie bezeichnet man die von der Sonne durch Kernfusion erzeugte Energie, die in Teilen als elektromagnetische Strahlung zur Erde gelangt. Solarenergie kann direkt durch die Sonneneinstrahlung auf Kollektoren zur Erzeugung von Strom in Form von Photovoltaik-Anlagen genutzt werden oder in Form von Wärme, also der Solarthermie. Solarenergie ist für alle anderen erneuerbaren Energien wichtig: Wind entsteht durch die von Sonne erwärmte Luft und kalte Luft, Biomasse wächst nur mit Hilfe der Sonne und Regen fällt nur, wenn auch Wasser an anderer Stelle durch Sonneneinstrahlung verdampft. Sonnenenergienutzung setzt keine Luftschadstoffe und Treibhausgase frei, erspart Importe fossiler und nuklearer Brennstoffe und ist damit klimaschonend. Bei der Herstellung von Solarzellen wird jedoch viel Energie benötigt. Hinzu kommt weiterer Energiebedarf für den Transport und die Installation sowie später bei Abbau und Entsorgung. Solarenergie kann daher nicht als „emissionsfrei“ bezeichnet werden, sondern lediglich als „emissionsarm“.

‍Geothermie – klingt ganz gut!

12. Dezember 2018 von Albert Baumann

Ich habe mich in dieser Woche genauer mit Geothermie beschäftigt. In Österreich ist sie eher als Erdwärme zur Heizung von Privathäusern bekannt. Aber man kann die in Form von Wärme gespeicherte Energie unterhalb der Erdoberfläche auch zur Stromerzeugung nutzen. Das hat sehr viele Vorteile. Es findet etwa keine Verbrennung statt, daher ist die Methode emissionsfrei. Im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Quellen unterliegt die Geothermie auch keinen saisonalen oder täglichen Schwankungen. Es ist technisch relativ einfach und billig umsetzbar, sodass auch keine staatlichen Unterstützungen nötig sind. Leider sind sehr spezielle geologische Bedingungen nötig, um Geothermie nutzen zu können. Das Tiefengestein muss eine ausreichende Temperatur und genug Wasserführung aufweisen. Weltweit ist somit die produzierbare Energiemenge leider sehr niedrig. Zur Heizung und auch Kühlung von Gebäuden ist es trotzdem breiter einsetzbar, da die dafür benötigten Gesteinstemperaturen niedriger sind.

Quelle Bild:
Unsplash, Dmitry Vechorko

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