fbpx

Unser Blog

Warum der ÖsterReis kostet, was er kostet

Gregor Neumeyer ist leidenschaftlicher Landwirt und steht hinter dem wunderbaren Namen ÖsterReis. Falls dir ÖsterReis bisher noch nicht untergekommen ist: Das ist Reis, der in Österreich – genauer gesagt im niederösterreichischen Gerasdorf – angebaut wird. Die Idee kam Gregor 2015, die erste Ernte folgte sogleich ein Jahr später. Mittlerweile bauen aber nicht nur Gregor und seine Familie den regionalen Reis an, sondern auch 15 weitere Landwirt:innen in der Umgebung. ÖsterReis ist in weiß und natur erhältlich und kann sowohl online direkt über ihre Website bestellt werden oder bei uns im Gramm unverpackt oder in der Flasche abgefüllt gekauft werden Wer einmal diese köstlichen Körner probiert hat, wird keinen anderen Reis mehr wollen!

Was allerdings auffällt ist der höhere Preis im Vergleich zu den meisten anderen Reissorten unterschiedlicher Anbieter. Woran liegt das? Wir haben uns mit Gregor selbst unterhalten und haben uns von ihm erklären lassen, wie viel (harte) Arbeit hinter ÖsterReis steckt – und das jedes Korn jeden Cent absolut wert ist.

Eines gleich vorweg: Die Preisbildung ist auch für Gregor ein großes und wichtiges Thema, weshalb er viel Wert auf Transparenz legt. Uns gefällt, dass er und seine Familie unsere Philosophie vom fairen Wirtschaften teilen und alle Beteiligten von ihrer Arbeit leben können.

Der ÖsterReis wird im Trockenreisanbau in Niederösterreich angebaut und nicht, wie in 80% der Fälle, geflutet. Diese Methode ist vermutlich bekannt von den klassischen Reisterrassen und nennt sich Nassreisanbau. Wenn man die Böden flutet, hat das zwei große Vorteile:

  • Das entstehende Unkraut wird unterdrückt und muss nicht separat entfernt werden.
  • Reis ist eine wasserliebende Pflanze und ist ertragreicher, je mehr Wasser vorhanden ist.

So weit, so klar. Diese zwei Vorteile bedeuten allerdings, dass dies die zwei Nachteile des Trockenreisanbaus sind: Das Unkraut muss extra entfernt werden und der Anbau ist nicht so ertragreich. Warum entschieden sich Gregor und seine Familie dann vor 5 Jahren für einen Trockenreisanbau?

Die beiden Hauptgründe sind gleichzeitig auch die zwei großen Nachteile des Nassreisanbaus:

  • Trockenreisanbau ist viel umweltfreundlicher, da er um einiges weniger Wasser benötigt und dadurch weniger Methan ausstößt. Beim Nassreisanbau entsteht nämlich eine Art Moor, wodurch sehr viel Methan entsteht, das bekanntlich den Klimawandel stark vorantreibt.
  • Der Nassreisanbau begünstigt die Aufnahme von Arsen enorm. Durch das Fluten wird das Schwermetall ausgeschwemmt und der Reis nimmt es direkt auf. Beim Trockenreisanbau ist dies nicht der Fall, weswegen Reis, der mit dieser Methode angebaut wurde, gesünder ist.

Außerdem ist aufgrund der hügeligen Lage und der Bodenbeschaffenheit in Österreich eine Flutung der Reisanbauflächen oft gar nicht möglich.

Nachdem wir nun den Unterschied zwischen Nass- & Trockenreisanbau geklärt haben und die Vor- bzw. Nachteile der jeweiligen Methoden hervorgehoben haben, zeichnen sich vermutlich schon die Gründe für einen höheren Verkaufspreis des ÖsterReis ab, oder? 😊

  1. Durch den umweltfreundlicheren und gesünderen Trockenreisanbau werden die Reisterrassen nicht geflutet, weshalb Unkraut nicht automatisch unterdrückt wird. Es muss deshalb separat entfernt werden; bei ÖsterReis passiert dies zwar hauptsächlich mechanisch, 3-4 Mal pro Saison müssen aber helfende Hände ran. Denn würde das Unkraut nur mit der Maschine entfernt werden, würde zu viel vom wertvollen Reis verloren gehen. Ab einem bestimmten Zeitpunkt ist die Pflanze nämlich zu groß und würde mit-gejätet werden, weshalb dann auf Handarbeit gesetzt wird.

    Gregor hat uns außerdem erzählt, dass Reis eine schwache Pflanze ist und deshalb den Konkurrenzkampf mit dem Unkraut in jedem Fall verlieren würde, weshalb man es nicht einfach wuchern lassen kann. Das Unkraut würde nach kürzester Zeit dominieren und der Reispflanze das Wasser wegnehmen, wodurch gar kein Reis mehr wachsen könnte. Also einfach das Unkraut wachsen lassen geht leider nicht 😉

  2. Reis aus Trockenreisanbau ist nicht so ertragreich. Da die Pflanze umso mehr wächst, desto mehr Wasser sie bekommt, ist im Verhältnis der Ertrag von ÖsterReis mit 2-3 Tonnen pro Saison viel geringer, wenn man von 7-9 Tonnen (etwa in Italien) ausgeht. Deshalb kann man bei ÖsterReis nicht auf die Masse gehen und die Körner billiger verkaufen.

  3. Der ÖsterReis ist zu 100% BIO und seit Anfang 2021 sogar als bisher einziger Betrieb WELTWEIT als schwermetall-frei zertifiziert 🏆 Alleine diese Auflagen zu erfüllen und den Anbau entsprechend qualitativ durchzuführen, bedeutet einen enormen Aufwand, auch finanziell gesehen, der natürlich wertgeschätzt werden muss.

    Gregor hat uns auch erzählt, dass die WHO aufgrund des Arsens in den meisten Reissorten sogar empfiehlt, nicht allzu große Mengen an Reis zu verzehren, um keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit zu riskieren. Er geht deshalb davon aus, dass deshalb zukünftig ohnehin verschärfte Auflagen für den Reisanbau kommen werden.

  4. Die faire Bezahlung aller Beteiligten kann natürlich nur mit einem entsprechenden Verkaufspreis garantiert werden. Bei ÖsterReis bekommen die Landwirt:innen ca. 1/3 des Preises, wodurch nicht nur ihre wertvolle Arbeit belohnt wird, sondern auch ihr Lebensunterhalt gesichert ist! Wie viel wohl für Produzent:innen übrig bleibt, die einen Reis anbauen, der im Supermarkt um € 1,- pro Kilogramm verkauft wird…?

Bewusstseinsbildung ist uns eine Herzensangelegenheit – und auch für Gregor und seine Familie ein essenzieller Teil ihrer Arbeit. Denn nur so kann man die Zusammenhänge verstehen, stellt wieder den notwendigen Bezug zu Lebensmittel her und weiß wieder über deren wahren Wert Bescheid. Der Aufwand, der hinter den Produkten steckt, die wir täglich zu uns nehmen, sollte uns bewusst werden und ein Grund sein, ein zweites Mal hinzuschauen und uns selbst zu fragen, welches Produkt wir schlussendlich kaufen. Jeder Einkaufszettel ist ein Stimmzettel und wir alleine entscheiden, wen wir mit unserem Geld unterstützen. Wir können uns mit jedem Einkauf für regionale Qualität aus einem Familienbetrieb entscheiden, in dem mit viel Liebe und Handarbeit zusammen etwas Großes, ganz Tolles geschaffen wird. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, ÖsterReis bei uns in der Greißlerei anzubieten und wir freuen uns seit unserem Gespräch mit Gregor nun noch mehr auf die nächste Ernte und frischen Reis aus Österreich! 🍚

Reis aus Österreich in der Pfandflasche
X